Was fehlt

Hier stimmt etwas nicht, und ich suche eine halbe Ewigkeit in mir herum, um herauszufinden, was es ist. Wohlgemerkt, draußen wird es dunkler und dunkler, das Licht der Schreibtischlampe schmerzt mir in den Augen, ist zu grell. Ein paar Kugelschreiber mit ausgeschriebenen Minen liegen herum, eine Chaos-Anordnung neben dem Gipsschaf, das mir beim Schreiben zusieht, sich aber niemals einmischt. Die Utagawa-Hiroshige-Postkarte bedeckt die Durchschläge längst getätigter Überweisungen, drei Kastanien trocknen ungestört neben der leeren Wasserflasche ein. Ich blicke auf eine zweite Postkarte, auf der in Stempelschrift die Wörter Wollust, Habgier, Neid, Hochmut, Trägheit, Zorn, Völlerei zu lesen sind. Daneben steht der chinesische Wächter und schaut grimmig, seine rechte Hand umfaßt die Leere. Dort hinein gehört ein Schwert. Ich werde ein Streichholz hineinstecken, um zu schauen, wie er damit wirkt oder mich beeindruckt. Ja, das sieht gut aus. Dieser blauköpfige Schlagstock macht ihn zum strengen Zeremonienmeister meines Buchstabenreichs. Hier liegt noch viel mehr herum, was mich ablenkt und inspiriert. Ich weiß nun auch, was nicht stimmt. Das Streichholz bringt mich darauf. Ich muß eine Kerze anzünden.


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