Das Lied, nicht der Sänger

„Er macht das Nichtmachen, so kommt alles in Ordnung.“ Laotse, Tao Te King, Erster Teil (Der Sinn), 3. Abschnitt: Frieden auf Erden.

Im 4. Abschnitt, Von Ewigkeit her, heißt es über den Sinn: „Ich weiß nicht, wessen Sohn er ist. Er scheint früher zu sein als Gott.“ Sicher eine Schwierigkeit der Übersetzung, vielleicht müßte es heißen: der Götter, oder der Gottheit. Bemerkenswert jedenfalls, wie verstanden ist, daß „der Sinn“ ursprünglicher ist als die Figuration.

Im 8. Abschnitt über Das Wesen der Beweglichkeit erscheinen die folgenden Verse: „Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze. Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe. Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe. Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit. Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung. Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können. Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.“

Güte, das Gute, gut, Qualität. Das Verbindende und Tragende. Dasjenige, was taugt und sich unterscheidet von dem, was nichts oder wenig taugt. Ein Jammer, daß aus China derzeit nichts zu uns gelangt, das geistig Hoffnung macht. Sie bauen dort nach und stapeln auf. Materialistisches Erbe. Dabei wird es nicht bleiben.

Materialismus: eine europäische Idee. Damit kann sich China nicht zufrieden geben.

Ob Laotse wirklich gelebt hat, wird angezweifelt. Das Tao Te King ist dennoch da.


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