In den Kammern des Herzens

… und es regnet ohne Unterlaß. Angenehm, dem Regen zu lauschen. Sich einzubilden, es werde erzählt, dicht und klangvoll. Botschaften des Regens, doch ohne die Anklageabwehr Günter Eichs, ohne Anklage überhaupt. Was hätte der Regen auch zu klagen oder anzuklagen – daß er fällt und niemand ihn hält? Es ist seine Natur, in unsere Tiefe zu stürzen. Daß wir ihn nicht haben wollen, uns über ihn beklagen wie Narren, die die Wüste nicht kennen? Etwas ganz anderes trägt sich zu, wenn der Regen fällt: er löst im Innern des Herzens die verhängten und verschobenen Bilder und trägt sie langsam nach vorn, dorthin, wo ein beruhigtes und aufmerksames Bewußtsein für die Beleuchtung sorgt. Und es ist Zeit zu betrachten und lohnt sich. Verschollene Kostbarkeiten. Wie verstellt kann ein Mensch sein? Die Sinne tanzen im Augenblick, doch der Tanz bildet sich anders ab. Wir können handeln, ohne zu verstehen, müssen sogar. Der Sinn hält sich wie stets versteckt. Später, dann vielleicht … wenn es regnet, wenn eine Nachricht eintrifft, wenn die müden Augen sich draußen verlieren.


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