Sünde, Beichte, Macht

„Ich habe meine Frau betrogen. Ich habe mich selbst betrogen. — Ich habe Menschen getötet und ich habe Menschen töten lassen. – Ich ließ meinen Bruder umbringen; er hatte mich verraten. – Ich ließ den Sohn meiner Mutter sterben, den Sohn meines Vaters.“ Beichte des Michael Corleone in Der Pate III.

Der Priester, der zur Beichte ermutigt hat und sie abnimmt: „Dein Leben könnte erlöst werden, aber ich weiß, daß du nicht daran glaubst. Du wirst dich nicht ändern.“ Und dennoch: „Ego te absolvo. In nomine …“

Michael Corleone wenig später zu seiner älteren Schwester Connie: „Ich habe mein ganzes Leben nur versucht, nach oben zu kommen in der Gesellschaft – wo alles legal und ehrlich zugeht. Aber je höher ich aufsteige, desto verlogener und schlimmer wird alles. Ich weiß nicht, wo das alles endet.“

Michael Corleone über Sizilien: „Seit Jahrhunderten haben sich die Menschen hier gegenseitig umgebracht. Aus Habgier, aus Hochmut, für die Familie – oder um nicht zum Sklaven zu werden …“

„Ich habe gebeichtet, Connie. Ich habe alle meine Sünden gebeichtet.“ Sie, die fast alles weiß und vieles versteht, fragt: „Warum beichtest du, das paßt nicht zu dir. Du brauchst deine Sünden nicht irgendeinem Fremden zu beichten.“

Er sagt: „Nicht irgendeinem – einem guten Menschen, einem wahren Priester. Er könnte vieles ändern.“ Connie weiß, was geschehen ist. Sie weiß, wer den Bruder umbringen ließ, sie sagt: „Es ist merkwürdig: In letzter Zeit denke ich sehr oft an den armen Fredo. Daß er ertrinken mußte, es war wohl Gottes Wille. Es war ein schrecklicher Unfall, aber das ist lange vorbei.“ Sie beugt sich zu ihm: „Michael, ich liebe dich, ich werde immer da sein für dich.“


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