An Themen wird es nicht mangeln, allenfalls an Zugängen. Ich weiß nicht, ob ich aus dem Stand über Gold schreiben könnte. Ich unterhalte keine Beziehungen zu Gold, Gold unterhält keine zu mir. Wir sind uns fremd, nicht feindlich. An den Geschmückten habe ich Gold gesehen, im Mund älterer Leute, in den Auslagen der Juweliere in den Städten. Es scheint begehrt zu sein, jedenfalls ist es teuer. Der matte Glanz des Goldes hat Menschen verrückt werden lassen. Verrückt wird, wen die Gier zerfrißt. Sehen, anfassen, haben. Wer viel Gold besitzen möchte, dürfte sehr unglücklich sein. In der Mitte ein klaffendes Loch, eine Wunde, die sich niemals schließt und nicht verheilt. Auch Gold steht für ein Fehlen, einen entsetzlichen Mangel an Liebe und Selbstachtung. Die zahllosen Ringe an den Fingern älterer Frauen, die Paläste der einsamen Herrscher, der goldene Wasserhahn in der Villa des Superstars. Als Jugendlicher las ich ein Buch, es hieß Die Reichen und die Superreichen. Es waren erste Studien in Traurigkeit, ich trieb sie, um zu lernen. Die den Hals nicht voll bekommen. Noch mehr. Studien in Unglück und sogenannter Macht. Nach der Sicherheit kommt Angst.
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