Was ist ein moderner Mensch?

Arthur Evelyn St. John Waugh wird auf der Wikipedia-Seite als ein „radikalkonservativer Zyniker und Kulturpessimist“ vorgestellt, der „in kühler, kunstvoller Prosa mit Witz und oft überdeutlicher, farcenhafter Satire die Kuriositäten des modernen Lebens enthüllt. Waugh möchte den modernen Menschen hinweisen auf die Sinnlosigkeit seines Tuns, die Fragwürdigkeit eines absurd-phantastischen und chaotischen Daseins“.

Waugh konvertierte wie sein Freund Grahame Greene zum Katholizismus und machte keinen Hehl daraus, daß er das Leben in der modernen und aufgeklärten Zivilisation für nichtig und albern hielt. Auf die Entthronung Gottes folgt die Selbstanbetung des Menschen, der dabei eine lächerliche Figur abgibt und seine innere Leere durch gesteigerten Betrieb zu vergessen sucht. Daher dieses unausgesetzte Handeln, Veranstalten und Verändern, eine Offensive nahezu vollständiger Ratlosigkeit.

Wohin soll die Reise des Menschen durch die Zeit führen, individuell und kollektiv? Welchen Zielen widmet ein einzelner sein Leben? Diesen Fragen geht Evelyn Waugh in seinem Roman Wiedersehen mit Brideshead auf den Grund – frei von Zynismus, frei jedoch auch von jenem Optimismus, der flachhin annimmt, es werde schon alles irgendwie gut gehen.

Wie sagt Julia Flyte über ihren Mann, den erfolgreichen Geschäftsmann Rex Mottram: Sie habe jahrelang vergeblich nach so etwas wie einer Seele in ihm Ausschau gehalten. Eine Seele gibt es auch gar nicht, las ich vor kurzem in einem deutschen Wissenschaftsmagazin. Stattdessen immerhin Psychologie. Die springt ein, wenn es nicht so gut läuft mit dem modernen Menschen.

 


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