Wenn ein Tag so kalt und grau ist wie dieser Sonntag, dann bedarf er einer Extraportion Liebe und Zuneigung. Er wirkt verschämt, schüchtern, ängstlich. Als gelte es sich zu verbergen in großer Ununterscheidbarkeit, einzureihen ins graue Heer der unbedeutenden Tage. Unbedeutend wird er nicht enden, denn nachher werden die Ergebnisse der Landtagswahlen verkündet. In einer Stunde gibt es die ersten Hochrechnungen. Ich lese ein Interview mit Udo Lindenberg und Benjamin von Stuckrad-Barre und bin leidlich amüsiert. Der Meister und sein Lehrling. Anschließend über Heinz Strunk im Goldenen Handschuh. Dort (St. Pauli) und woanders betrinkt er sich mit Ijoma Mangold, der darüber schreibt. Kann ein Mann ernsthafter Literat und Comedian sein? Diese Frage werde ich mir merken, dazu den Feuilleton-Satz: „Die Literatur kommt elitär, ernst und leise daher.“ Seit wann kommt etwas daher? Meistens im Feuilleton. Auf der Webseite der Kneipe steht: „Willkommen auf der Seite von der Gaststätte ‚Zum Goldenen Handschuh‘! Ob jung, ob alt, ob reich oder arm: Bei uns seid ihr alle willkommen! Und das 24 h am Tag, 365 Tage im Jahr!“ Solche Sätze schaffen Vertrauen und stiften Gemeinschaft.
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