Die Begleitung

Als ich heute in der Früh das Haus verließ, wartete vor dem Eingang eine Amsel. Sie saß neben den Stufen und flog auf, als die Tür aufsprang und ich ins Freie trat. Kurz zuvor hatte ich das Amselkonzert notiert. Sie landete im Grasbeet zu meiner Rechten, flog dann vor, stand neben der hohen Birke, an der ich auf meinem Weg durch den Hof vorbei muß. Ich grüßte sie leise und freundlich, als ich mich ihrer Position näherte. Da flog sie erneut eine kleine Strecke und setzte sich auf die mit Stacheldraht gesicherte Mauer zum Nachbargrundstück, wippte und sah zu, wie ich im Vorderhaus verschwand. Ausgerechnet an diesem Morgen geschah das. Ich komme manchmal auf die eigenartigsten Ideen, wenn ich bedenke, wie die Tiere eigentlich zu uns stehen und wir zu ihnen. Es besteht eine alte Verbindung zwischen Mensch und Tier, habe ich vor ein paar Jahren einmal notiert. Ich denke, sie ist sogar geistig. Und wenn dieses Attribut zu hochgestochen klingt, bessere ich aus und sage: bildhaft, symbolisch. Beweisen kann ich sie nicht. Sie ist Ahnung, vielleicht nur ein Wunsch. Doch was heißt ’nur‘.


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