Neue Freundin

Weiterhin kühl, doch sonnig und klar. Luftige Wölkchen aus Nordwest schweben über meinem Kopf und ziehen weiter. Bald lösen sie sich auf oder treffen andere, mit denen sie sich vereinigen können. Als sei es hier nicht gut genug für mich, fragte ich mich eben, wo ich gern wäre. Die Antwort beruhigt: nirgendwo sonst. Der mit den Wolken zieht. In Bewegung übersetzte Sehnsucht. Die Wandermotive, das Weitermüssen früherer Jahre. Mittlerweile rufe ich mir das Schöne herbei. Dann ist es noch schöner als in Wirklichkeit. Nicht jeder besitzt dafür eine Begabung. Manche müssen alles anfassen, um zu glauben. Ich bin gern unter Menschen. Ich lerne dort viel. Wie sie sich das Leben zurechtmachen, das interessiert mich. Was sie mit mir anstellen, hält mich beschäftigt. Da springt eine fremde Katze auf das Fensterbrett und schaut mich an, als wollte sie sagen: Warum schließt du das Fenster, ich bin es doch. Ihre Augen ganz vertraut, ein wenig ratlos.


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