Das Unfertige und Rohe, das Vermessene und Aufgestapelte, das Ungesicherte und Assoziative, auch das Abwegige und Verstiegene. Wenn ich in einem köstlichen Augenblick den Weltfrieden spüre, wird er auftauchen. Hier ist zugleich Ideenlabor, in dem ich Sichtweisen ausprobiere, provisorisch wie alles vom Menschen Gemachte und Gedachte, aber „nach bestem Wissen und Gewissen“. Leben ist ein Bewegungsspiel, an eine feste Position ist nicht zu denken. (Dann baut man Festungen. Ödnis der Rechtfertigungen.) Es gibt nur diese Signale von jeweils wo. Die Reise durch die Räume und Fluchten der Zeit geht weiter. Bewegungsmeldungen oder solche eines jeweiligen Stillstands. Manchmal fehlen Verben. Anderentags drängen dreizehn Gedanken in einen kleinen Text und müssen es dort nebeneinander aushalten. Es wird eng, sie schwitzen und fühlen sich nicht recht behaglich. Das darf zu spüren sein. Visionen von möglicher oder tatsächlicher Harmonie tauchen auf und verschwinden. In meinem Kopf ist ein Ozean, der sich umwälzt. Schnelle Bildfolgen jagen hindurch, der Projektor glüht. Dann stockt alles und kein Gedanke weit und breit. Nichts mehr am Horizont. Inmitten der Leere. Das rührt vom Wandern her, der Ruhelosigkeit. Erschöpfungszustände und solche einer Verzweiflung. Selbstberuhigungsversuche. Fehlt noch der Wind, der die Flamme begeistert. Tanz in den Mai ein paar Tage später. Heute ist auch ein Tag. Ich könnte stundenlang so weiter schreiben in loser Folge der Wörter, Sätze und Ideen. Einige Leute dürften auftauchen und und eine Weile mittanzen, ehe sie ihren nächsten Termin haben. Schon denke ich an eine Tankstelle, wo ich auf den nächsten Wagen warte, der mich nach Osten nimmt über die großen Ströme. Jederzeit kann sonstwas passieren. Ab und an eine kleine Beschaulichkeit. Besonders nachts wird es gefährlich. Dann gespenstern die großen Gefühle herum und spielen Texter. Manchmal muß gelöscht werden. Es wäre mir peinlich.
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„In meinem Kopf ist ein Ozean, der sich umwälzt.“
Das ist eine Erektion oder ergibt eine …
Ja, das lese und spüre ich; es ist wahr.
Sehr viel Kraft ist in dir, und du teilst sie mit deinen Worten aus.
„Fehlt noch der Wind, der die Flamme begeistert.“
„Anfacht“ hätte ich erwartet … aber du schreibst „begeistert“.
Damit bringst du mich, dich, uns ins Spiel. Das hier ist kein bloßes Naturphänomen – das hier sind Natur und Geist im Wechselspiel deiner Überlegung – das hier sind flockig leichte Gerinnungen deiner Empfindsamkeit – das hier ist das Gespräch deines Herzens, an dem du mich teilhaben lässt … danke …
„Schon denke ich an eine Tankstelle, wo ich auf den nächsten Wagen warte, der mich nach Osten nimmt über die großen Ströme. “
Erwartung, Aufbruch, Gespanntsein … Mögest du nebst dem Wagen den schwankenden Nachen finden, der dich über die großen Ströme trägt; mögest du weiter das Abenteuer dieser, deiner Existenz erleben; du machst mir Mut zu erwarten und aufzubrechen.