Eine kleine Schankbrauerei in Friedrichshain in der Nähe des Ostkreuzes. Es gibt zehn verschiedene Biere in wechselndem Angebot: helles Blondes, Indian Pale Ale, Stout, belgisches Abteibier. Die Einrichtung läßt an eine Kaffeebar in Berlin Mitte denken, sie ist hell und freundlich wie derzeit beliebt. Freundlich sind auch die Mitarbeiter, die T-Shirts mit dem Brauereilogo tragen. Ihre Arbeitsweise ist umständlich, denn sie benutzen zur Eingabe der Bestellungen ein Tablet. Bis sie sich auf dem Bildschirm an ihr Ziel gewischt und getippt haben, vergeht eine lange Durststrecke. Sie haben im Januar eröffnet, doch noch sitzen die Handgriffe nicht. Es wirkt, als spielten sie nur Brauerei oder arbeiteten das erste Mal in ihrem Leben. Etwas Ungenaues, Zaghaftes und Verträumtes liegt in den Bewegungen. Als dächten sie an etwas anderes, wären woanders oder noch mit sich beschäftigt. Geduld ist die Gabe des Gastes. In ihrer Brau- und Schankstätte steckt teure Technik. Vielleicht haben die Eltern bei der Finanzierung geholfen. Die Biere tragen lustige Namen: Stralauer Blond, Schneewittchen, Alptraum, Nachtschicht, Zugspitze. Sie schmecken trotzdem. Brauen können sie. Das zählt, der Rest rutscht nach.
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