Am schwierigsten mag es sein, mit sich selbst zu leben. Und eines Tages wird lachhaft deutlich, daß einem nichts anderes übrig bleibt. So viele Kämpfe mit sich, gegen sich, für sich selbst gekämpft, daß schließlich die Erinnerung verloren gegangen ist, aus welchem Grund und für welches Ziel gestritten wurde. Routine des Widerspruchs.
Nicht anders als zwischen den großen Formationen, den Staaten und den Ideen, den Gesellschaftsgebilden und den großen Schneckenhäusern der verkrusteten Angst. Die schreiben Geschichte, um ihren Feindschaften zu assistieren. Vielleicht muß man sich lange bekämpfen, um eines erstaunlichen Tages zu verstehen. Abart der Liebe.
Ich weiß das alles gar nicht und staune nur. Ich kenne kein Ziel, aber zwischendrin darf Friede sein. Ich bin des inneren Zankes leid und kurz davor, einen hundertjährigen Frieden zu proklamieren, um die Streithammel in mir zu provozieren. Sollen sie doch mobilisieren. Ich werde ihnen austreiben, sich mir zu widersetzen. Androhung ernsthafter Konsequenzen.
Die anderen reden nur nicht darüber, das ist ihr Trick. (Deshalb kommen manche auf die Idee, jemand habe sich gefunden oder erfüllt.) Ich glaube solchen Darstellern kein Wort und kaufe keine ihrer Gesten ab. Da klafft ein tiefes Loch neben jedem. Und ich bin nicht sicher, ob es wirklich gut ist, daß sie (die Darsteller) nicht wissen, daß es klafft und einen unheimlichen Sog erzeugt, gleich neben ihrem Standbein.
Daß wir gefährdet sind, vermittelte sich mir mit der Stunde der Geburt. Jederzeit lediglich Überlebende. Das prägt und sorgt dafür, daß das Kostbare scheint.
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