In den Vorratskeller hinunter

In den Keller, um Vorräte zu holen: das Eingemachte, die Kartoffeln, den Wein. Dort wird kühl und dunkel gelagert, was oben verderben müßte. Dort unten ist es unheimlich. Als Kind mochte ich nicht hinunter in die feucht-kalte Gruft, wo ich am Abflußrohr die große Ratte gesehen hatte – sie mich. Doch ich mußte. Aufträge. Hol mal eine Schale voll Kartoffeln, bring auch eine Flasche Apfelmost mit. Ich reichte bereits an den Lichtschalter. Die Treppenstufen waren hoch, ich fiel bei jedem Schritt in eine gewisse Tiefe. Auch die Wände waren aus heimischen, mergeligen Bruchstein. Am Ende der Stufen die Abflußrinne, die in einer runden Öffnung verschwand. Dort saß die Ratte, dorthin ging mein erster Blick, wenn ich das Licht anknipste. Die Kartoffeln lagen auf einem großen Haufen und streckten ihre fahlgelben Keime jenem Schlitz entgegen, den Lichtschacht und Kellerfenster freiließen. In den fenstergroßen Wandnischen lagerten die grünen Apfelsaftflaschen, die wir im Herbst von der Mosterei bekamen, wenn wir sack- und zentnerweise Äpfel aus unserem Garten anlieferten. Jetzt benutze ich das Bild vom Keller, um mir selbst zu erklären, warum es in mir manchmal finster wird. Ich hole Vorräte nach oben, erkläre ich, und das benötigt eine Zeit. Anschließend steht dann meistens etwas an.


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