Zu einem „Witzbold“ wie Cioran gehört die Fähigkeit, den ganzen Aberwitz menschlichen Strebens zu erkennen und ihm Ausdruck zu verleihen. Im Alter von zwanzig Jahren schreibt er:
„Ich weiß überhaupt nicht, weshalb wir hienieden etwas tun, warum wir Freunde und Bestrebungen, Hoffnungen und Träume haben müssen. Wäre es denn nicht besser, sich in einen abgelegenen Winkel zurückzuziehen, wohin nichts mehr vom Widerhall dessen, woraus sich das Gedröhn und Gewirre dieser Welt zusammensetzt, dringt? Wir würden sodann auf Kultur und Ambitionen verzichten, alles verlieren und nichts gewinnen. Aber was gibt es in dieser Welt schon zu gewinnen? Einige, denen jedweder Gewinn nichts bedeutet, sind heillos unglücklich und einsam. Alle sind wir einander so verschlossen!“
Ja, was gibt es denn zu gewinnen? Oder besser gefragt: Was verliert einer, der nichts gewinnen möchte? Den Antrieb, die Lebensfreude, die Freunde, am Ende fast alles. So ist die soziale Welt gestrickt. Eins hakt ins andere, die losen Fäden werden herausgezogen und entsorgt (widerwärtiges Wort). Man soll mitmachen.
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