Schön warm draußen, sechsundzwanzig Grad Celsius. Eine Fahrradfahrerkolonne wird von der Polizei eskortiert. „Volksentscheid Fahrrad“ hat mobilisiert. Juchhu, ruft einer der Radler, als es zum Hermannplatz hinuntergeht, an Kino und Friedhof vorbei. Durch die warme Luft zu streichen kommt einer Liebkosung gleich. Der verhärtete Körper. Schlendern ist gut. Niemand wird sich an einem solchen Tag aufregen wollen. Die Straßen liegen faul zwischen den Häusern, aus den Beeten grünt es. Im Baumschatten die Sitzenden. Die Bäckereiverkäuferin kann nicht rechnen und verrechnet sich zum Glück zu ihren Gunsten. Kürzlich sagte mir jemand, ich beschwerte mich doch über jedes Wetter. Ist das so? Dann wäre ich einer jener, die ich nicht ausstehen kann. Ich denke gerade sehr liebevoll über Frauen und Männer nach und wie verschieden sie sind und sich geben. Diese Aufspaltung der Arten in Geschlechter ist ein ganz großer Wurf der Evolution. Sonst liefe das Leben auf Selbstbefruchtung hinaus und jeder wäre von Anfang an alles. Wie langweilig. Es sollte stets etwas fehlen, damit wir uns zu ergänzen lernen.
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