Und kann meinem Temperament nach nicht Ruhe geben in dieser elektrischen Nacht und bin heilfroh, daß ich mir ein Café ausgesucht und eingerichtet habe, in das ich zu jeder Zeit einkehren und in dem ich mich aufhalten kann mit der Last meiner Worte und der Leichtigkeit meiner Gedanken. Ich schwebe zuweilen und weiß dann nicht wohin. Als in Minden der Tornado wütete (gestern), fuhr ein Rollerfahrer in eine aufgespülte Gullyöffnung und stürzte. Der Gullydeckel schützt ansonsten recht gut. Gully heißt auch Straßenablauf, Einlauf, Dole oder Senkloch. Sprache tastet und setzt nach. Ein offenes Loch ist ungünstig, wenn man auf einem Roller fährt, noch dazu bei Sturm. Vor vielen Jahren gab es einmal einen, der photographierte in allen Städten und Gemeinden die Gullydeckel. Ich erinnere mich seines Namens. Gemeinsam gingen wir einmal in die Berge. Alpen. Dort blieb er stehen, ohne uns zu benachrichtigen, während eines Gewitters, unter einem Überhang. Er dachte, das sei das Beste. Wir liefen weiter, denn er lief ganz hinten, war unser letzter Mann. Nach einer halben Stunde fiel uns auf, daß er fehlte. Ich lief zurück, suchte ihn. Da stand er, dieser seltsame Idiot, in seinem Regenkittel in seiner persönlichen Schutznische, weil er dachte, das sei doch gut, und es war an mir, der ich deutlich jünger war, ihm zu erklären, was Sache ist. Heute noch, so viele Jahre später, empfinde ich das als peinigend und möchte ihn anbrüllen, nachträglich, nachdem ich das seinerzeit nicht getan habe. Was bilden sich manche Menschen ein, in der Welt herumzuspuken ohne Rücksicht und Wissen, und möchten dann auch noch rechtzeitig, jedenfalls gerettet werden. Das grenzt an Unverschämtheit.
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