Ohne hitzefrei

Als sei die Luft gepolstert und Wesenheit. Durch sie hindurch wie durch eine warme Wand, die nicht endet, wie durch Packmaterial, das auf Abstand hält bei unserem Transport durch den Weltraum. Nicht zu nahe kommen, ich zerspringe. Das geschieht auf den Straßen. In den Bahnen geben sich andere Bilder: die Fahrgäste wie atmende Lasten, sich selbst auf die Plätze wuchtend, hechelnd und fächelnd, sitzend und schwitzend. Fahrtwind. Wo Haut an Haut liegt, ist es feuchter. Manche heben die Arme, damit die Achselhöhlen gekühlt werden. Kleidungsstücke bedecken die heiklen Stellen. Die Zeit dehnt sich aus, als müsse sie explodieren. Manche halten sich besser, andere zerfließen. Einer lief auf der Bahnstation Hermannplatz hin und her, von Säule zu Geländer, von Geländer zum Kiosk, zurück zur Säule, warf sich nieder, sprang wieder auf. Er fächelte mit seiner Mütze, wirbelte sie durch die abgestandene Luft des ersten Untergeschosses, raste wieder seine Runde, zappelte und wackelte, als sei etwas in ihn gefahren. Er sah aus wie ein verrückter Asket, so dürr und bewachsen mit Haaren. Wir stiegen in dieselbe Bahn, da machte er weiter, stellte sich frontal vor uns Sitzende und zeigte seinen behaarten Bauch, in dem sich nicht viel befinden konnte. Wir sahen woanders hin und hofften das Beste. Er verdrehte die Augen und war sonstwo.


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