Warten auf Einfahrt des Zuges. Ich lehne am Gelände des Treppenschachtes nach unten und beobachte den Mann, der mich beobachtet. Er trägt ein weiß-rotes Ringelshirt und einen runden lustigen Hut und könnte auf einem Jahrmarkt auftreten. Akkordeonspieler, Losverkäufer oder Der starke Mann. Er ist unruhig, läuft den Bahnsteig entlang, auf und ab, umkreist eine Säule, sieht mich an. Schon kommt der Zug. Wir betreten denselben Waggon. Da dreht er sich um und sprintet hinüber zur anderen Seite des Bahnsteigs, wo der Zug in die entgegengesetzte Richtung eben die Türen schließt. Er schafft es hinein. Ich sehe ihm nach und wundere mich. Da fällt mir ein, daß er an Verfolgungswahn leiden könnte und mich deshalb so mißtrauisch musterte. Ich habe eine Ledertasche in der Hand und trage Jeans und T-Shirt, an mir ist nichts von einem Verfolger. Ich befinde ich auf dem Heimweg, nur eine Station, dann steige ich aus. Er ist mir entkommen, mag er denken. Ich stelle mir vor, wie er durchatmet und schwitzt. Sein Sprint war beeindruckend. Ich fühlte mich von ihm beobachtet. Nur wäre ich seinetwegen nicht in die falsche Richtung gefahren.
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