Ben de Biels Photographien aus dem Berlin der frühen Neunziger. Verwilderte Mitte, Leben in Ruinen, nichts ist unsterblich. Schöne Gesichter vor dem Obst und Gemüse, Erwachsenenspielplatz Tacheles. Linienstraße und Auguststraße, als seien sie kurz vor dem Verschwinden. Die Wüste wächst, sagte bereits Nietzsche. Als es noch Ostmenschen gab in jenem schmutzigen Leben vor der großen Reinigung. Der Eimer wie eine Zentrale für wiederverwertetes Dasein. Sommerhöhlen mit Aussicht auf Straßenschneisen und Brachflächen, auf denen das Gestrüpp in den Himmel wächst, im Winter so kalt, daß einem die Eier gefrieren. Ein paar Jahre geht das gut und richtig, und Ordnung muß sein. Wir werden älter und haben andere Ansichten und Aussichten unserer Existenz auf dem Planeten mit den neugierigen Menschenaffen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.