Hotelzimmer

Ein Hotelzimmer. Schrank, Schreibtisch, Nachttische beidseits des Doppelbetts, Teppichboden, Vorhänge, ein Fenster in die Nacht, eine Tür zum Badezimmer, eine weitere zum Flur. Zimmer 219 irgendwo. Auf dem Schreibtisch ein Papierblock mit dem Briefkopf des Hauses, ein Kugelschreiber mit dem Logo der Hotelkette. An der Wand Photographien des Ortes, dazu ein Fernsehbildschirm in der Größe eines Ölgemäldes alter Meister, schwarz und matt glänzend wie ein Glaskeramikkochfeld. Die Fernbedienung liegt neben dem Briefblock. Der Koffer liegt geöffnet am Fuß des Bettes, im Badezimmer duscht jemand. Es ist viel zu gefährlich, um auf die Straße zu gehen. Schnell sind die Sender durchgedrückt: bunte Welten, die wirklich wirken sollen. Niemand bewegt sich nachts noch außer Haus. Allein der Gedanke, hier nicht mehr fort zu können, belebt. Der Ventilator dreht sich schnell, seine Rotorblätter bilden eine flirrende Scheibe. Da faßt man nicht hinein.


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