Beifang

Das Bewußtsein weiß nicht allzu viel. Darunter liegt das Meer, viele tausend Meter tief. Manchmal taucht etwas auf und wird bemerkt und wird bedacht. Das meiste geschieht unterirdisch, wälzt sich um und legt sich zurecht, strömt und wirbelt, trägt empor und senkt sich wieder ab in die schwarze Vergessenheit. Deshalb sind wir uns ein Geheimnis, und das stört mich nicht. Zuweilen blitzt etwas auf: eine Tat, ein Satz, ein Werk. Anschließend wieder dieses Dämmern und Bewegtwerden auf den Flächen der Zeit, „ich hatte viel zu tun, tut mir leid, daß ich nicht“, gedrängt und genötigt, hierhin jenes legend, von dorther dieses holend, beschäftigt durch den kleinen guten Blödsinn, damit wir in Halbspannung bleiben und zu etwas Gewissem doch taugen. Wir sind alle dabei und spielen mit. Etwas scheint in Vorbereitung zu sein, daher die innere Unruhe, dieses Vibrieren wie auf den Planken eines Schiffes oder einer Fähre, dessen Diesel angelassen sind. Bald erklingt die volle Kraft und die Macht spielt auf zum Tanz. Es ist seltsam, in einem Jahr wie diesem zu leben und sein Bewußtsein herauszufordern, mehr zu leisten als es kann.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Beifang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert