Zähne und Krallen

21:21 Uhr, ein kleiner Junge in der Nachbarschaft faucht wie ein Raubtier. Die Fenster sind geöffnet, so höre ich mit. Es klingt angegriffen und wehrhaft zugleich, doch mir stellen sich die Haare auf. Ist das noch Spiel oder springt aus dem Spiel der kämpferische Ernst? Ich lausche, höre nichts mehr, zum Glück. Es war auch ein Spiel, als wir damals das Kämpfen spielten, ein anderer Nachbarjunge und ich. Ist lange her, fast vergessen. Er war ein Tiger oder Panther und fauchte bedrohlich. Als ich die Kampfbereitschaft in seinen Augen sah, die Bereitschaft sogar zu töten, erschrak ich sehr. Es steckt eine Menge im Menschen, von früh an, Verschiedenes. Es ist gut, wehrhaft zu sein. Es ist gut, kämpfen und kratzen zu können. Dennoch erschrecke ich und fahre zurück und hoffe, es nicht noch einmal zu hören. So fauchen Kinder, die wirklich zu kämpfen haben.


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