Vorgestellt werden

Jeremiah steht noch immer an der Tür und kann sich nicht entscheiden. Die Lady spielt jetzt etwas Lustiges. Am kleinen Tisch sitzt Kaufhold und klatscht dazu zaghaft in die Hände, wird mutiger, klatscht lauter. Die Lady bricht ab, wendet sich Kaufhold zu: „Unterstehen Sie sich!“ Kaufhold zuckt zusammen, springt auf, streckt ihr die Hand entgegen. „Entschuldigen Sie bitte vielmals, es stand nicht in meiner Absicht, Sie …“ Jetzt steht die Dame vor Kaufhold, hat das Gewehr in der Hand, sieht ihm in die Augen. Kaufhold versucht sich an einem Lächeln, will etwas sagen, doch heraus kommen Geräusche, die sich zu nichts fügen wollen. „Verstehe“, sagt die Frau, „Sie möchten sich vorstellen.“ Erleichtert nickt der Schreiber: „Ja, ganz recht, ganz recht. Kaufhold, äh, Francis Kaufhold, Korrespondent, New Jersey, angenehm.“ Sie übersieht die fremde Hand vor sich, sagt nur: „Clementine Webbster. – Ist dies das beste Hotel in der Stadt, Mr. Kaufhold?“ – „Gewiß, Madam, gewiß. Soweit ich weiß aber auch das einzige, hm.“ – „Ich danke Ihnen, Mr. Kaufhold. – Sicher schreiben sie etwas Schönes, nicht?“ Kaufhold windet sich, überlegt, sagt dann: „Gestern gab es einen unschönen Vorfall, darüber werde ich zu berichten haben.“ – „Einen unschönen Vorfall, Mr. Kaufhold? Ich verstehe nicht.“ Jeremiah hat genug gehört. Es wäre unhöflich, sich nicht erkennen zu geben. Eine wirklich üble Art, vorgestellt zu werden. Er kehrt zurück in den Schankraum. Kaufhold nickt verlegen, die Dame schaut zur Tür. Die Flügel der Schwingtür schwingen, sie schwingen nach, das macht ein Geräusch, und es wird lauter, wenn niemand spricht.


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