Als ich ganz jung war und noch nicht zur Schule ging, wollte ich Rentner werden. Ich hatte erkannt, daß die Rentner weder zur Schule noch zur Arbeit gingen. Als ich jung und Schüler war, dachte ich, ich müsse etwas Besonderes oder Herausragendes können oder sein. Mein Ehrgeiz war grenzenlos und sportlich, doch es gab ein Gegengewicht: die Beobachtung. Ich erkannte, als ich es erkennen konnte, daß die Ehrgeizigen krampfverzerrt sind, daß sie zusammenbrechen, wenn sie ihren albernen Sieg nicht erringen, nicht aufs Treppchen dürfen. Mitschülerinnen vergingen, wenn sie nur eine 2 erreicht hatten. Da stimmte vieles nicht – sie wirkten zwanghaft und überanstrengt. Siege sollten lässig errungen werden, dachte ich seitdem (ich war 15). Das stimmt leider auch nicht. Es gibt die wirklichen Siege, und sie fallen schwer, denn es sind die Siege der Selbstüberwindung. Der Erfolg? Ach Gott, ja. Der Erfolg ist das, was erfolgt. Erfolgen kann etwas nur, wenn zuvor etwas anderes geschehen ist. Heute denke ich über Erfolg noch einmal anders, nämlich pragmatisch. Ich halte ihn für eine angemessene Begegnung auf Augenhöhe.
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