Der Tag liegt ebenso brach wie die Landschaften. Es wird abgebaut. Alles sammelt sich erdnah. Ich betrachte gedankenverloren einen Prittstift. Es gibt nichts zu kleben. Ich muß ihn gekauft haben, als es etwas zu kleben gab. Die Thermoskanne ist leer. Auf dem Plastikverschluß sind zwei Pfeile zu erkennen, sie zeigen in entgegengesetzte Richtungen. An den Pfeilen steht POUR. Das ist als Hilfe gedacht. Ich kann den Kaffee in meine blaue Tasse gießen, ohne den Deckel ganz herausschrauben zu müssen. Das wußte ich bereits und habe beim Einschenken darauf geachtet, die Aussparungen im Gewinde zu erkennen. Eben erblicke ich das erste Mal die Pfeile und werde beim Öffnen der Kanne fortan auf den Deckel blicken und nicht mehr seitwärts auf das Gewinde. Es dämmert bereits, dabei ist es nicht einmal halb vier. Nieselregen. November, ein Monat für Tote oder Sterbende. Die Kunst des Rückzugs ist zu erlernen, jedes Jahr neu. Man muß Freude gespeichert haben, sonst wird es knapp. Ich besitze die Thermoskanne seit etwa einem Jahr. Ich habe sie benutzt, aber nicht beachtet. Sonst hätte ich die Pfeile gesehen. Die Gartenstühle faßt niemand mehr an, die Gießkanne steht still. Im Winter gibt es nichts zu gießen, aber vielleicht wird es angenehm sein, eines kalten Tages in die Sonne zu blinzeln und dabei auf dem Gartenstuhl zu sitzen. Nur für kurze Zeit, von mir aus mit Sonnenbrille.
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