Die Stimmung an Busbahnhöfen. Die Menschen wie ihre Gepäckstücke: hingestellt, abholbereit, Frachtgut. Atmend und bangend: diese kleinen albernen Sorgen: einen guten Sitzplatz zu bekommen, eine ruhige Fahrt zu haben, keinen schlimmen Sitznachbarn mit üblen Manieren aushalten zu müssen. Verspätet sich der Bus? Scheuer Blick auf die Mitreisenden: einige versorgen ihre hungrigen Lungen noch mit Tabak; andere wirken unsympathisch oder rabaukenhaft.
Abschied nehmen ist schwer. Doch wer kann das schon? Die Freunde bleiben zurück und winken. Sie sind das Kostbare für mich, ich sehe sie zu selten. Nun zerreißt uns der Raum. Ich sehe mich nicht um. Blick ins Buch, draußen die leuchtenden Weihnachtsstraßen der seltsamen Stadt Hannover. Über Hannover möchte ich etwas schreiben, ein wenig später, nicht sofort. Jedesmal kämpfe ich mit Hannover, wenn ich in Hannover bin oder an Hannover denke. Unsere Beziehung war ungleich. Ich schrieb damals:
Matsch und Schnee und sonstwas auf den Straßen / Niemand ist schuld / Du mußt gehen.
Jetzt erkenne ich, daß das, was ich suchte, nicht Sache jener Stadt ist. Sie ist ganz und gar meine, diese Sache. Wäre ich eine Blume und wollte blühen oder wäre ein Apfelbaum, der Früchte tragen mag, stellte ich mich auf gute Erde in die Sonne und ließe mich bestäuben. Über einen Baum werde ich nächster Tage schreiben, der wächst nicht wie andere Bäume. Er steht im Georgengarten an einem Pfad unweit der vier Platanen und verkörpert Eigensinn und Überlebenswillen. Vieles ist für mich dramatisch, scheint es.
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