Sich verlassen können

Die Dinge hatten etwas angenommen, das ich mit lässig strahlend bezeichnen möchte. Jegliches ging seinen Gang, so war es gut. Die Fahrlässigen zogen durch die Nacht in leuchtenden Bahnen, und ich, der ich nicht genug weiß, dachte an Glühwürmchen. Ich notierte heimlich und in mir Wozu jetzt noch verzweifeln und sann ziellos nach. Ich stand unter Menschen ungeschützt und fühlte mich sicher. Sie bezogen sich aufeinander, das war ohne besondere Anstrengung und gekonnt. Da verdrehte jemand die Augen und stürzte  zu Boden. Ich mußte nicht beispringen, man kümmerte sich bereits. Er war jung und blaß und sah aus wie ein Kickboxer. Sein Blick leer wie eine Wodkaflasche, etwa nachts um halb vier, ausgetrunken und übrig. Doch die Verbundenheit war da: eine Frau reichte dem Erwachterstarrten ein Bonbon, ein Mann setzte sich vor ihn und sprach beruhigende Worte. Geborgenheit unter Fremden. Am Hermannplatz stieg ich um und wußte sofort und genau, daß ich jederzeit irre, wenn ich denke, daß ich allein bin oder irgendein Mensch.


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