Die anderen Tage in der Jahresnacht

Jede Nacht einen Traum, die meisten von einiger Heftigkeit. Man sagt den Rauhnächten nach, daß in ihnen „die Geister“ aktiv werden. Die Geister, das sind die heimatlosen Seelen der Verstorbenen, die während dieser Tage vermehrt unterwegs seien und ihr Unwesen trieben. Die Rauhnächte, auch die zwölf heiligen Nächte genannt, liegen zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. In ihnen geschieht Besonderes, häufig Unheilvolles. Daher müsse man auf der Hut sein, dachten unsere Ahnen, die sich noch auf Zeichen und Geister verstanden. So soll in ihnen nicht gearbeitet werden, doch eigneten sie sich für Orakel und Ausforschungen künftigen Geschehens. Besonders auf die Träume sei zu achten. Jeder dieser zwölf Tage steht gewissermaßen stellvertretend für einen vollen Monat des kommenden Jahres. Der heutige Donnerstag zeigt demnach an, wie der Mai verlaufen wird. In meinen durch dieses Wissen beeinflußten Träumen kämpfe ich nun Nacht für Nacht mit irgendwelchen Gestalten und Gewalten und bin jedesmal froh, wenn ich erwachen darf. Es geht nicht lebensgefährlich in ihnen zu, nur sehr anstrengend. Etwas muß niedergerungen werden, erweist sich jedoch als äußerst hartnäckig. Kurz nach dem Erwachen weiß ich noch, wer gegen mich kämpfte und worum es ging, kurz darauf nur noch, daß ein Kampf stattgefunden hat. Wenn ich, wie behauptet, eine Versuchsanordnung bin, dann eine, die sich selbst manipuliert hat. Auch diese Einsicht fließt nun in sie ein. Das Experiment geht weiter.

 


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