In sich brennend

Einer von denen, die ich nicht kenne, sitzt kaum entfernt und sendet Unbehagen aus. Er benutzt dieses Unbehagen wie eine Waffe und verstrahlt das Abteil. Sein Hochmut funkelt, er will herrschen. Ich erkenne sein unruhiges Seelenlicht, vielleicht wird er gleich platzen müssen. Doch es ist früh; in diese Schläfrigkeit hinein kann Aufregung nicht agieren. Niemand wehrte sich, es geschähe ohne Anlaß, bliebe unverständlich. Nun mustert er mich und versucht die Dominanz. Seine Armut rührt mich, ich lächle um 7:23 Uhr und könnte auf der Stelle umkippen. Der Aberwitz unserer Begegnung ist nicht zu überbieten. Zum Glück muß ich aussteigen, während er sich nicht verlassen darf.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

In sich brennend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert