Hakim Beys Aufsatz über Reisen der Erleuchtung erschien in deutscher Übersetzung 1996 im Sommerheft von Lettre (LI 33). Auszüge daraus hat der Verlag ins Netz gestellt. Darin findet sich dieser Absatz: „Der Tourist ist auf der Suche nach Kultur, weil – in unserer Welt – die Kultur im Schlund des Spektakels verschwunden ist; weil die Kultur zerstört und durch das Einkaufszentrum und die Talk-Show ersetzt worden ist; weil unsere Erziehung nichts weiter ist als die Vorbereitung auf ein Leben, das aus Arbeiten und Konsumieren besteht; weil wir aufgehört haben, selber schöpferisch tätig zu sein. Obwohl Touristen in der Natur oder in der Kultur physisch präsent zu sein scheinen, könnte man sie ohne weiteres als Gespenster bezeichnen, die ohne körperliche Anwesenheit in Ruinen herumgeistern. Sie sind nicht wirklich da, sondern bewegen sich eher durch eine imaginäre Landschaft, eine Abstraktion (‚Natur‘, ‚Kultur‘), wobei sie hauptsächlich Bilder, aber so gut wie keine Erfahrungen sammeln. Ihre Urlaube finden allzu oft inmitten des Elends anderer Menschen statt und tragen sogar noch zu diesem Elend bei. Vor kurzem wurden in Ägypten einige Menschen bloß deshalb umgebracht, weil sie Touristen waren. Schöne neue Welt! Tourismus und Terrorismus: doch wo liegt da der Unterschied?“
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