Die alten Männer auf den Farb-Photographien, sie wurden für das Fernsehlicht geschminkt. Man nennt sie mächtig, denn ein paar Tage lang scheinen ihre Ansichten die der Mehrheit zu sein, irgendeiner Mehrheit zu irgendeinem Zeitpunkt. Ihre Mienen drücken Entschlossenheit aus, jedenfalls sollen sie das. Gleich neben der Entschlossenheit lagern Erschöpfung und Müdigkeit, denn die politischen Tage sind lang, länger als die unpolitischen Tage. Zuhause sind die Frauen, versorgt und gestillt, hoffentlich doch gestillt, jedenfalls versorgt. Viele Sorgen, wenn man neben dem Präsidenten im Blitzlichtgewitter stehen muß. Allein die Sorge um das eigene Gesicht. Sonst zeigt man sich nicht einfach so, so unbewacht, so offen wie ein Bild. Immerhin war die Rasur erstklassig, die Massage nachher wird es sein. An der Hotelbar gibt es Getränke, die verboten sind, und Frauen, die ebenfalls verboten sind. Gipfelgespräche, die Presseleute sind da. Besser man hält sich verhalten. Es geht schließlich auch um die Zukunft des Landes, doch: das kann man sagen. Hoffentlich sind keine Scharfschützen da, die sehen alles.
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