Sie ist ein ganz und gar prosaisches Wesen … Dieser etwas abschätzige Satz, wo habe ich ihn gehört – oder habe ich ihn gelesen? Von wem war die Rede? Es heißt, das Prosaische wecke solidere Gefühle als das Romantische. Eine Tankstelle ohne Personal, eine Kasse ohne Kassierer, ein Auto ohne Fahrer. Wenn das, was auf den ersten Blick überflüssig erscheint, weggenommen wird, wenn die Dinge ihres Schmucks beraubt sind, wenn allein das Praktische zählt, dann … Andererseits wird das niemals in Gänze gelingen, denn wir Menschen sind verspielt, verträumt und zärtlich. Und die Zugabe zählt doppelt, das ist klar. Bei aller Liebe zur Stringenz (sofern sie Liebe auf sich zieht), hat die Sachlichkeit doch etwas Karges. Andererseits entstünden in einer rein sachlichen Atmosphäre schöne Gedichte, denn die Gegenstände verzaubern uns und rufen anderes hervor als gedacht. Ganz und gar prosaische Wesen mögen existieren, doch ziehen sie schnell und zuverlässig die Einbildungskraft auf sich. Auch sie sind Teil der großen Poesie, allein deshalb gebührt ihnen so etwas wie Gesang. Walt Whitman wußte das, ich lerne noch nach.
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