Wenn es ein Schicksal gäbe, wäre eine seiner wichtigsten Aufgaben, uns mit geeigneten Zufällen zu versorgen. Denn ohne die ungeplanten Begegnungen und die zahllosen unplanbaren Anregungen, die von ihnen ausgehen, kämen wir nicht weit. Wir blieben Eingesperrte unserer schmalen Ausstattung und müßten über kurz verderben. Ob es ein Schicksal gibt, darüber wird noch lange zu streiten sein. Das Lebensspiel ist zu komplex, als daß wir in der Lage sein können, die Faktoren unserer Aufgabe und Rolle in ihm zu erkennen – sofern bei diesen Zügen überhaupt multipliziert oder dividiert wird. Beim Schachspiel ist der Figur wenigstens anzusehen, ob sie ein Bauer oder ein Turm ist, entsprechend wird sie verwendet. Wir dagegen kommen hier an und wissen von nichts, werden schnell und grob (zuweilen fein) eingewiesen. Das, was man uns lehrt, reicht (dennoch) nicht aus. Während wir spielen, lernen wir, wer wir als Spielende sind. Kaum wissen wir es, geraten wir in Situationen, in denen dieses Wissen nicht ausreicht. Deshalb empfehlen die weiseren Spieler, sich vom Spiel spielen zu lassen. Dazu gehört ein wenig Mut und sehr viel Vertrauen. Es käme einer Situation gleich, in der ein Schicksal wieder möglich scheint. Zum Schluß dieses Beitrags ein feines Fragezeichen.
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