Kämpfen in der Arena

Langsam schiebt der Diesel durch die Nacht, nicht mehr als 90, kurz mal 95 zum Überholen der Lahmen und Beladenen, der Fahrtenschreiber zeichnet die Linien des Stundenstreckenverlaufs, der Pausen auf den Rasthöfen längs der einsam langen Bahnen. Kurzschlaf in der Koje, Kaffee aus der Thermoskanne. Schinken aus Dänemark für Italien, das wird Parma. Die beiden Anhalter sind eine Abwechslung (in Verona ist Hochzeit: Romeo heiratet Julia; sie wollen hin). Die Alpen des Nachts, es gewittert, es ist zum Fürchten, doch die zwanzig Tonnen schieben durch. Das Mädchen schläft, der Junge, der kein Junge mehr ist, wacht. Dann dämmert ein Morgen oder es ist die südliche Nacht. Der Fahrer wirft sie raus, muß weiter, den Schinken aus Dänemark in Parma abliefern. Sie stehen auf dem Rasthof, verloren wie ausgesetzte Kinder oder Hunde. Bauarbeiter aus Rumänien erbarmen sich, reden nicht viel, ist selbstverständlich zu helfen, hinten rein in den Transit und ab in die Stadt der Liebenden. Am Bahnhof die afrikanischen Nutten, die Dealer, die böse Härte des Straßenkampfes, während in der weltberühmten Arena ganz andere Dramen dargeboten werden, für die man ebenfalls zahlt, aber freiwillig. Das ist in etwa das, was ich über Verona weiß oder mir merken konnte.


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