Es ist eine Streberidee, am Ende seines Lebens belohnt werden zu wollen. Die guten Taten stehen jederzeit für sich. Was gute Taten sind, entscheidet der Abgleich der Werte und ihr Einsatz für sie. Leicht zu erkennen ist der traditionelle Handel zwischen Gott und den Menschen: Verzichte ich auf das Böse, belohnst du mich mit der Wonne des ewigen, des leiblosen Lebens. Gegen solche Tauschgeschäfte ist oft opponiert worden, mit guten Argumenten. Zwar mögen wir auf immer Hilfsschüler des Lebens bleiben, doch gebietet es der Stolz, sich der Macht nicht anzudienen. Mit einem Gott muß man (nicht nur hadern, sondern) kämpfen können, sonst sind die Lektionen nichts wert. Wer sich immer schon beugt, was soll mit dem sein? Mit dem ist nichts bewiesen und nichts zu beweisen, der läuft nur mit. Den hat man von Anfang an kleingehalten, der muckte nicht auf, der wollte gute Noten. Wäre ich ein Gott (wie anmaßend!), ich würde den Strebern und Eilfertigen in den Arsch treten und sie eine gute Weile aus meinem Gesichtsfeld verbannen. Dann bekämen sie eine weitere Chance, doch sie dürften sich nicht mehr andienen. Ich würde mit den Menschen auf gleicher Augenhöhe verkehren wollen, denn es fiele mir sicher nicht schwer, neben allem anderen auch noch Mensch zu sein.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.