Wer im Deutschen „sorry“ sagt, entschuldigt sich nicht, sondern möchte „das Gefühl geben“, er oder sie entschuldige sich. „Sorry“ höre ich wie „nice“, es besagt wenig, und daß ich es überhaupt höre, liegt an meinem seltsamen Umgang. Ich bin umgeben von Leuten, die das Sprechen noch üben, und fühle mich wohl unter ihnen nicht deshalb, weil sie so schön sprechen, sondern weil sie noch nicht fertig sind mit ihrer eigenen Sprache, demnach üben müssen und wollen. Daß sie in die offene Englischkiste greifen, liegt an etwas, das so alt ist wie diese Nation. Das Deutsche reicht sich nicht, es klaut sich was. Dahinter schleimt ein Minderwertigkeitskomplex, den die Deutschen offenbar nicht loswerden können. Sie sind opportunistisch und davon besessen, sich permanent neu auszurichten, in alle nur möglichen Richtungen. Sich selbst sind sie nichts, daher die jähzornigen Ausbrüche von Nationalstolz und Überheblichkeit. Verstörte Menschen, traumatisiert, meistens wohlmeinend. Aus diesem Grund vorschnell, ängstlich, nicht selten oberflächlich, etwas anders als ihr Ruf. Man möchte sie trösten, aber auch das geht schief. Was passierte, als ich einen der „Getretenen“ tröstete, berichte ich lieber nicht, denn man kann es sich denken … Er bekam Oberwasser und trumpfte ungehörig auf, wie in einer Erzählung von Katherine Mansfield.
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