Deshalb auch ist die Liebe ein solch empfindlicher Ort, da sie über Wert und Unwert der eigenen Person zu entscheiden vermag. Sie sollte das vielleicht nicht, aber sie kann. Wir hängen am dünnen Faden der Bestätigung oder der Widerlegung. Wie soll ein Mensch zur Ruhe kommen, der in der Furcht lebt, abgesägt zu werden? Liebe ist ihrem Wesen nach Vertrauen. Wie jedoch soll Vertrauen entstehen und aufgebaut werden, wenn ins Haus des Liebens die Angst gleich miteingezogen ist, eine moderne Tötungsangst, derzufolge ein jegliches jederzeit zu verschwinden vermag in eine unerreichbare Ferne sonstwo oder gleich nebenan? Das in etwa sind die Schrecken des Liebens und Geliebtwerdens in den Zeiten von Angebot und Nachfrage. Jeder kennt sie, fürchtet sie, macht mit.
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