Ich war nicht geduldig mit mir – mit anderen zuweilen schon. Von mir erwartete ich Außerordentliches, Bestleistungen, Unvorhersehbares. Die Reihenfolge der Superlative läßt sich verändern, nicht das Problem. Ich war hochfahrend und nannte das „anspruchsvoll“ – ich war verängstigt und behauptete, ich sei „bescheiden“. Ich bin bis heute nicht bescheiden, ich bin noch längst nicht rein, auch nicht frei. Nach außen tue ich, als habe ich mich ergeben: einer Gewohnheit, einer Gewöhnung, eines Arrangements. In mir weiß ich, daß der gute Größenwahn erhalten bleiben wird. Ich mag nicht eitel bescheiden werden und in alle nur denkbaren Richtungen nicken, eilfertig wie irgendeine Figur in irgendeiner Karikatur, sei es des Films, sei es der Lettern oder berechnender Bekenntnisse, hinzielend auf moralischen Nachruhm. Das ist eklig. Nicht eklig ist zu sagen, was tatsächlich ist, sofern man es weiß. Ich lerne derzeit noch, geduldig zu sein mit mir, da die Ungeduld mich schädigt. Die andere Zeit kommt, und ich weiß das. Selbstgewiß ist jemand, der kaum mehr zaudert, wenn zu tun ist. Ich zaudere und zögere hinaus, wenn ich nicht erkennen kann, wohin das führen soll – dasjenige nämlich, das mein Leben ist, angeblich. Ich bin nun einen halben Schritt weiter, es ähnelt dem freien Fall, genannt fliegen.
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