Ziemlich leichthin gab ich kürzlich einem Freund, der von seiner Schreibblockade berichtete, den Tipp: Dann schreib eben nicht. Ich war selbst erstaunt, wie schnell ich das sagte. Es kam „wie aus der Pistole geschossen“. Später dachte ich nach, ob der Hinweis oberflächlich oder fühllos war. Nein, das ist er nicht, weiß ich nun, im Gegenteil. Er trifft den Nagel auf den Kopf, wie man so sagt. Er trifft so gut, daß der Nagel mit einem Schlag im Holz verschwindet. Denn das ganze Problem bei der Schreibblockade ist unser vermaledeiter Wille. Ich will aber schreiben (können)! Was für ein alberner Satz. Wenn „es“ nicht will, kann ich noch so viel wollen, es wird nichts daraus werden. Vielleicht möchte etwas in mir ruhen oder reifen, vielleicht ist es noch nicht so weit. Am schwierigsten ist, geduldig mit sich selbst zu sein. Man muß warten lernen, auch und besonders beim Schreiben. Die Eile führt zu innerem Gedränge und Verstopfung, schließlich sogar zur Panik. Man lauscht in sich hinein, überwacht sämtliche Bewußtseinsprozesse oder wartet auf Inspiration. Schnell soll sich die Verspannung lösen, schnell die Wortproduktion wieder angeschmissen werden. Da machen die Musen, um auch sie noch ins Spiel zu bringen, nicht mit. Sie sind, ich schrieb es bereits, scheue Wesen, die nicht mögen, wenn man nach ihnen faßt.
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