Es gibt Texte, die machen mich ratlos, Aussagen, die machen mich unruhig. Nicht die Aussagen selbst sind es, sondern ihr Widerhall in mir, die Wirkung. Etwas widerstrebt mir, ich wehre sie ab. Zum Beispiel Sätze, die mit einem Könnte sein beginnen und ins Ungefähre führen, in ein Schneckenhaus fruchtloser Grübelei.
Gedichte haben es bei mir schwer, wenn in ihnen ein Schleier vor die Dinge gezogen ist oder Weichzeichner die Aufnahmen schönen. Auf diese Weise wird Poesie mißbraucht. Die poetische Sprache zeigt, wie es sich wirklich verhält. Sie ist nicht dafür geschaffen, das Verständliche komplizierter zu machen als es ist. Künstlich ist nicht künstlerisch.
In Texten soll man nicht wabern, in Texten schnitzt man mit dem Messer die Lettern in altes Holz. Das soll etwas bedeuten, deshalb läßt es sich deuten. (Das Ungefähre ist ein anderer Bereich. In ihm ist alles unverbindlich, dort läßt sich folgenlos üben.) Fehlt das Schweben – wenn die Sprache es schafft, die Last von den Dingen zu nehmen. Das ist die schöne Kunst der Befreiung.
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