Zwölfter Tag

Längst durcheinander geraten mit den Tagen befristeter Freiheit. Urlaub kommt von Erlaubnis, wir sind Leibeigene. Der Lehnsherr, dem wir Dienste leisten, entläßt uns für eine gewisse Frist und gewährt Freiheit. Uns bindet ein Vertrag. Er läßt mich leben, ich schaffe an. Deshalb, Leute, ist Freiheit das ganz große Ding in der westlichen Welt, es ist so groß, daß unsere kleinen Augen nicht reichen, sie zu erkennen, zu umfassen, zu verstehen. Freiheit ist die weiße Fiktion des Todes, nicht minder gefürchtet. Ein Lebender gelangt dorthin nie. Ich zähle bereits die Tage.


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