Warum sollte ich den Ort verlassen, an dem ich mich das erste Mal (in meinem Leben) gefühlt habe, wie ich mich immer hätte fühlen mögen: aufgehoben und ruhig. Um mich ein Angebot, das nicht genutzt werden muß, das nach gar nichts schreit. Ich muß nicht, aber ich darf. Keiner macht Vorschriften, jedes Kleinklein wirkt lächerlich oder hebt sich an der nächsten Straßenecke auf. Ein paar Neue sind aufgeregt und sprechen seltsam, aber das tun sie seit einhundertdreißig Jahren, ganz gleich woher sie kommen. Als ich hierher kam, wurde ich endlich ruhig. In diesen Straßen lernte ich wieder sehen, und das Neukölln jener Jahre war richtig, um größtmöglichen Abstand zu gewinnen. Etwas an mir war falsch und verdorben worden. (Die Universität hat mich fast umgebracht, ich brauchte fünf oder zehn Jahre, um sie auszuscheiden. Ich brauche für alles Innere sehr, sehr lange.) Nur ein paar Ambitionen brachte ich mit, die habe ich zwischenzeitlich austrocknen lassen. Sie liegen auf der Fensterbank als Körper toter Fliegen.
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