Naturrecht

Des Nachmittags ein Licht, das in die Ferne stellt. Die Farben wie gemalt, die Figuren wie gesetzt, nur daß sie sich bewegen, langsam in der Weite dieses Lichts. Am Himmel steht ein Drachen, hoch oben, schnurlos, wie es scheint. Der ist einfach da, sagt ein Mann, der das R rollt, fränkisch, und mit seinen Freunden biertrinkend auf dem Asphalt der ehemaligen Landebahn liegt. Auf den Bänken sitzen Vereinzelte und telephonieren, verabreden sich für den Abend. Über dem großen grünen Feld mit einem Mal eine Aufregung, die die Krähen ergreift. Ein Schwarm ändert plötzlich seine Richtung, verfolgt einen Falken, der ruft und ruft, um Hilfe oder vor Angst. Sie sind hinter ihm her, er entkommt, sie schlagen ihn in die Flucht. Das ist schrecklich mitanzusehen und geschieht gleich darauf noch ein zweites Mal. Vorneweg der schmale Falke, hinterher die Krähenschar, unerbittlich nachsetzend. Die Krähen müssen nicht nachdenken, sie tun es sofort. Ich sehe den Falken nach und bin froh, daß sie entkommen sind. Schwärme sind stark, aber nicht alles.


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