Kork

Am Rand des Hafenbeckens das müde Auf und Ab des Wassers, dieser ungeheuren Menge flüssiger Materie. Ein Korken hüpft auf der Oberfläche, schlägt gegen die Kaimauer, treibt oder torkelt mit den trägen Bewegungen des Wassers, wird kurz aufgescheucht durch den Wirbel, den eine Barkasse veranstaltet, die Passagiere hinüber zur Insel mit dem Blick auf den Hafen bringt, beruhigt sich jedoch bald und gerät erneut an die Mauersteine, schwimmt dort zwischen Algen, Müll und den toten Fischen des Beifangs. Der Korken stammt aus einer Flasche Wein, die nicht weit von der Stelle, wo jetzt dieser Rest bewegt wird, getrunken und zuvor geöffnet wurde. Es war ein Rendezvous, zwei Lebensmüde saßen auf einer Bank, einer der Bänke am Rande des touristischen Bereichs, wo aus den Fischbuden tagsüber Fischbrötchen verkauft werden, und schlossen einen Pakt. Der besagt, daß es keinem der beiden erlaubt sei, aus dem Leben zu gehen, ohne den anderen zuvor zu unterrichten. Wir bleiben zusammen, sagten sie, so oder so, und gehen auch, wenn es soweit ist.


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