Er ist hellwach, er glüht, er nimmt alles wahr. Nun bekommt er, wonach er gesucht hat. Das will er, so oft wie möglich. Er konnte nicht wissen, daß es das war, wonach er suchte. Nun weiß er, was es ist. Er kann nicht mehr davon lassen, es nährt ihn, es macht ihn aus. Plötzlich macht ihn aus, was zuvor nicht da war. Das ist seltsam, es verstört. Er denkt nach, aber nachdenken geht nicht. Er denkt: nach nach nach. Nach der Flut kommt die Ebbe, nach der Ebbe die Flut. Das ist ein Hin und ein Her, umgekehrt auch. Er wird müde, aber nicht grundsätzlich, sondern nur jetzt. Der Schlaf ist mehr als bloß Schwarzblende, er ist Abstieg und Fall, Kammer und Hort, Ozean und Himmel, Erinnerung und Vision, ein Bildabenteuer des mächtigen Gefühls unterhalb oder oberhalb der Kontrolle des neidischen Hirnverstands. Der Traum ist wie ein Geständnis, wie ein Griff in das Verbotene. Der Traum kennt keine Lügen, er zeigt sie, kurzerhand. Er träumt dauernd, wenn er sich läßt. Manchmal ist er noch dumm und entzieht sich, versteht nicht, was los ist. Meistens aber ist er hellwach und sieht hindurch in das Innere von Schmerz und von Schönheit, den unendlichen Arbeitsgang des Gütigen und Verzeihenden, die Gefahren des Lebendigen, das Scheiden und Wehklagen aller Kreatur, die kargen Bilanzen des Schreckens, das Einmaleins des Verstehens.
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