Ananas, Kuchen, sonstwas

Man kann einen Menschen nicht anschneiden, dann fließt Blut. Man kann auch nichts abschneiden, selbst wenn man es wollte. Mensch gibt es ganz, nicht in gefälligen Teilen. Es gibt keinen Hemingway ohne Männlichkeitskomplex, nicht eines seiner Werke. Es gibt keinen Celan ohne Paranoia, keine Virginia Woolf ohne Depressionen, keinen Georg Trakl ohne Morphium. Das muß geschluckt werden, das ist zu verstehen. Dauernd höre ich solch apostolisches Gewäsch, van Gogh, ach der Arme, wenn er nur nicht so töricht gewesen wäre, dann hätte er es zu Lebzeiten doch zu etwas bringen können. Daß die Entstellung, die Absonderung, das Gezeichnetsein zu den Opfergaben gehören, die notwendig sind, um etwas zu … wie sage ich: zu bekommen, das leuchtet wohl nicht ein; man scheint zu glauben, Talent reiche aus, sofern Talent auf Fleiß und Ausdauer trifft, fertig ist der Kuchen. Mach doch einfach, stell Kuchen her, du kannst doch Kuchen, stell Kuchen her. Hier ist dein Arbeitsplatz, dort liegt das Werkzeug, hier sind die Rohstoffe. Alles aus dem Leben: Rippen, Unfälle, Tode, Geburten, Zangen, Regentropfen, Zahnspangen, Eiterherde, Larven, Bundeskanzlerin, Idiotentest, Manufaktur, Zapfhahn, Aufkleber, Flaschenhals, Ohrenschmalz, Transzendenz, Jauchegrube – nun mach doch mal, erschaffe etwas, das kannst du doch, wir warten, wir lieben Produkte, du kannst doch schaffen, schaff uns doch.


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