Die Last des Bösen

Eine Nation wie die amerikanische, die ein mythisches Verhältnis zur eigenen Gewaltgeschichte (Landnahme und Raub) pflegt, bekehrt sich nicht über Nacht zu privatem Schußwaffenverzicht. Die Diebe und Mörder sind schließlich auch bewaffnet — all jene, die nicht ‚zu uns‘ gehören. Religiös aufgeladenes Wir der Rechtschaffenen und Wohlmeinenden — noch immer sortiert sich die amerikanische Gesellschaft in diejenigen, die das Gute wollen und tun, und jene, die böse sind und das irdische Paradies nicht verdienen. Da die USA nicht denkbar sind ohne die heilsgeschichtliche Überhöhung ihrer Mission, Gelobtes Land zu sein, Neues Kanaan, wird der Kampf gegen die Feinde mit Eifer fortgesetzt und stets ein Akt der Selbstverteidigung sein. In diesem Kampf ist die Schußwaffe Instrument, Argument und Fetisch. Die Indianerkriege sind Geschichte, doch die Feinde rekrutieren sich immer wieder neu. Daß sie ihr Unwesen längst im eigenen Land, in der eigenen Straße treiben, weiß ein jedes Kind. Da muß man auf der Hut sein, der Überfall kann stündlich erfolgen.


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