Mir zuliebe

Ich möchte nicht, daß mir zuliebe jemand seine Meinung oder Haltung ändert. Ich möchte nicht, daß mir zuliebe jemand anders denkt, spricht oder tut. Mir zuliebe muß man gar nichts tun, erst recht nicht tun, als tue man. Mir zuliebe ist es von Anfang an falsch, denn ich bevorzuge die freien Menschen, solche, die sich zu behaupten wissen und verständlich machen. Ich selbst habe einem dir zuliebe früher eine Menge getan, ich tat es möglicherweise gern. Später begriff ich, daß es auf eine Weise falsch war: es dem anderen recht machen. Wozu soll das führen, außer zu Unterwürfigkeit und Mißbrauch? Zudem macht es korrupt, in beide Richtungen. Mir zuliebe soll niemand erscheinen, wohin ich einlade. Ich erwarte gar nichts und komme damit aus. Mir zuliebe soll niemand etwas veranstalten, sondern ausschließlich sich zuliebe, dann begegnen wir uns. Ich brauche keine Opfer und halte sie auch nicht für Liebe.


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