Höchste Zeit, nicht mehr zu verstehen, auch nicht zu tolerieren

„Das spritzen wir einfach tot“, hieß es Ende der Siebziger. Wenn Kleingärtner oder Bauern es sich fix machen wollten mit dem „total verkrauteten Acker“ oder dem „schrecklichen Wildwuchs“ entlang der Hauswand mit oder ohne Kiesbett. Ich war jung, ich war klein, ich mußte mir diesen Mist anhören. Vieles will wachsen und sein und fragt nicht erst groß um Erlaubnis und Erwünschtsein. Gerne sägte man auch Alleebäume um, begradigte und kanalisierte Flüsse, verbreiterte Straßen und baute neue für noch schnelleren Verkehr, errichtete Atomkraftwerke, die wir Kernkraftwerke nennen sollten, hackte um, was Sonne nahm oder beim Einparken und Doofsein im Wege stand. Chemie war auf unserer Seite. Ich war jung, ich war klein, ich war unwissend und umgeben von Idioten. Früh und sehr zu Recht bekam ich es mit der Angst zu tun. Eine Zeitlang habe ich zu verstehen versucht, eine lange Zeitlang und ganz vergeblich: das sogenannte System dieser Leute. Ich verstehe solche Ansichten und Handlungsweisen nicht – wie kann man denn dem ganzen Leben so feind sein? Dann doch wohl auch sich selbst. Ja, schrecklich und zum Fürchten. Zur Not bekomme ich auch für Idioten noch etwas Mitgefühl zusammengekratzt, aber helfen wird das nicht.


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