Lange her, und die Tiere

Ich stamme aus einem Bauerndorf, bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mein Vater war Nebenerwerbslandwirt, ich bin einer der Söhne, wir wurden früh eingewiesen in diese Arbeitswelt, Ackerbau und Viehzucht, Rinder, Schweine, Hühner. Wie behandelten wir die Tiere, wie versorgten wir die Böden? Die Kühe standen nebeneinander an ihrem Stammplatz an der Futterkrippe und fraßen, sommers waren sie tagsüber auf der Weide, mußten zum Melken in den Stall getrieben werden, jede Kuh hörte auf einen Namen, Edith, Erika, Hermine. Die Schweine tummelten sich in Kleinställen von der Größe eines Kleinzimmers, kackten in die vom Trog aus entfernteste Ecke; Schweine sind saubere Tiere, anders als Rinder. Die Hühner kakelten im Hühnerstall herum, saßen auf ihren Stangen oder im Nest, tagsüber scharrten sie im Hühnerhof unter dem Nußbaum. Romantisch war nichts von alledem, lediglich praktisch, praktisch im Sinne von nötig. Die Katzen kamen und gingen, mal hatten wir zehn, mal kaum eine. Mit den Hunden war es schwierig und schön zugleich (ich liebte sie sehr): der erste wurde vergiftet (vom Pachtjäger, ich weiß seinen Namen, aber auf dem Land hält man dicht), der zweite überfahren. Beide Male war ich dabei, als sie starben und der Blick brach. Meine Brüder wissen das nicht, und es ist auch gut so. Meine Sachen sind meine Sachen, ich sortiere sie nur.


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